Porträt Cynthia

Cynthia Buchheim (re.) und Kollegin Katharina Bertus; Foto: Janina Heppner / Prime TIme Theater

Cynthia Buchheim (re.) und Katharina Bertus / Foto: Janina Heppner

Es ist toll, ganz viele zu sein

Schauspielerin Cynthia Buchheim vom Prime Time Theater 

Timing ist alles: Cynthia Buchheim, 31, peitscht im Prime Time Theater pro Vorstellung drei bis vier Rollen über die Comedy-Bühne. Die Anstrengung, die Figuren glaubhaft darzustellen, darf am Ende nicht sichtbar sein, federleicht muss es aussehen. Immer wieder liest die Schauspielerin ihren Stücktext, damit er sich einbrennt, bei den Proben achtet sie auf Pointen, auf der Bühne aber „macht“ sie einfach. „Irgendwas kommt schon dabei raus“, sagt sie lachend, „manchmal entstehen sogar neue Gags.“

Buchheim, 1984 in Ost-Berlin geboren und an der Schauspielschule Charlottenburg ausgebildet, nimmt schon früh Tanz- und Gesangsunterricht: Jazz und klassisch, später auch „Burlesque“. Nach dem Schauspieldiplom macht die zierliche Blondine Kinder- und Off-Theater, entwickelt mit dem Projekt „Poelesque“ erotische Tanz-Poesie-Performances, singt in der Band „dicknclit“ über casual sex, schreibt Stücke und Drehbücher. Seit Herbst 2011 ist sie festes Ensemblemitglied des Prime Time Theaters und in der Bühnensitcom GUTES WEDDING SCHLECHTES WEDDING (GWSW) zu sehen.

Hier spielt sie modernes Volkstheater, als Provinzmauerblümchen Ronja, zickige Sina, Fitness-Ikone Jutta von Da, Punkerin Ratte und Neo-Esoterikerin Theresa aus Prenzlauer Berg, allesamt krass überzeichnete Charaktere. Ihre „Jutta“, die essgestörte Sportsüchtige in 80er-Jahre-Leggins, wird auch als „Jane Fonda des Weddings” bezeichnet. Zu Recht, denn sie ist eine schön angeschrammte Parodie der Aerobic-Queen aus Hollywood. „Ich hab keine Lieblingsrolle“, sagt die Schauspielerin, „ich mag die, die gerade auf der Bühne ist.“ Toll sei es, „ganz viele zu sein“ und sich austoben zu dürfen. „Oft machen die  Figuren Dinge, auf die ich als Cynthia nie gekommen wäre.“

GUTES WEDDING SCHLECHTES WEDDING läuft seit 2004 mit wachsendem Erfolg, das Medienecho zu der im Sommer 2015 gezeigten 100. Folge war wohlwollend bis euphorisch. Mit locker verknüpften Handlungssträngen, skurrilen Figuren in herzhafter Berliner Art und hausgemachten Video-Clips läuft das Comedy-Format in einer Art Endlosschleife – und ist mittlerweile auch in Schwaben und der Schweiz bekannt. Demnächst soll es eine GWSW-TV-Adaption geben. Und Cynthia Buchheim wird dabei sein.

Ab Oktober 2015 übernimmt Buchheim am Prime Time Theater (für Constanze Behrends) die Hauptrolle in der Krimikomödie „CSI:Wedding“. Sie spielt Trinidad, die eiskalte Top-Profilerin mit hellseherischen Fähigkeiten.  „Auf Trinidad freue ich mich tierisch“, sagt Buchheim, „denn sie ist anders als die GWSW-Rollen, eher tough und unsympathisch.“ Buchheim will auch hier die eigene Sprache finden, und das „Liebenswerte“ aus der Zicke herauskitzeln.

Im Sommer hat sie ihren ersten eigenen Kurzfilm “Zwei Paar Schuh” produziert, und die erste Kinorolle für Sebastian Mattukats Langfilmdebüt abgedreht. “Erwartungen” soll 2016 in die deutschen Kinos kommen. Nach Mattukats prämiertem Kurzfilm “The Rising” sind die Aussichten gut, dass da mehr kommt.

© Jana Sittnick (Weddingweiser Blog, Oktober 2015)

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