Bilder der Mauerstadt

wachturm

Die Mauer wächst wie ein Krebsgeschwür zwischen Hausfassaden, zerschneidet Straßenzüge und Familien, legt Stadtviertel lahm, Lebenspläne und Beziehungen. Die Ungeheuerlichkeit, mit der die Berliner Mauer von 1961 bis 1989 quer durch die Stadt verlief und doch auch zum Alltag gehörte, ist nun Thema einer neuen Ausstellung. Leaving is Entering im Berliner Museum für Fotografie zeigt Arbeiten des deutschen Fotografen Bernard Larsson aus den Jahren 1961 bis 1968, in denen Berlin eine zentrale Rolle spielt. Larsson gelingt es, in seinen kargen, mit wenigen Bildmotiven auskommenden Schwarzweißaufnahmen vom Leben in der Mauerstadt zu erzählen. Man sieht die Menschen, wie sie leben und wimmeln, auf U-Bahnsteigen, vor Geschäften, in Ausflugslokalen. Männer und Frauen, junge und alte, elegant gekleidet und vom Elend gezeichnet, Kerle mit Hunden, Omas mit Kopftuch, alliierte Soldaten und spielende Kinder in Ost und West – eingebettet in die Ruinenkulisse der kriegsbeschädigten Stadt.

Bernard Larsson, Leaving is Entering, bis 8. Januar 2017, Museum für Fotografie

(Foto: Bernard Larsson, 1962, © bpk, Kunstbibliothek / Staatliche Museen zu Berlin)

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